Normales Leben

Was ist eigentlich normal?

Die Parallelwelt der Deutschen

Neben mir meine Freunde, vor mir mein Bier. Es ist Samstagabend und auf der Agenda steht: Heute wird gefeiert. Als Synonym dieses Satzes dient: „Heute wird gesoffen“. Es ist schließlich Samstagabend – diese feierliche, nur einmal wöchentlich wiederkehrende Zeit möchte ich ja nicht verschwenden. Daher: noch ein Shot. Langsam merke ich, wie ich locker und berauscht werde. Mein Zustand bewegt sich weg von der Normalität, doch damit bin ich nicht alleine. 46 Prozent der 16- bis 21-jährigen deutschen Männer haben sich im letzten Monat in einen Rausch getrunken, die Frauen liegen bei 29 Prozent¹. Allgemein haben fast 80 Prozent der 18- bis 59-jährigen Männer und 70 Prozent der Frauen in den letzten 30 Tagen Alkohol getrunken. Somit sind knapp 18 Prozent aller Getränke, die wir Deutschen zu uns nehmen, alkoholisch². Überrascht haben mich diese Zahlen nicht.

Trotzdem zeigen sie eins: In Deutschland ist Alkohol definitiv gesellschaftsfähig, sogar mehr, er ist normalisiert. Die Rede ist von „Drogen und Alkohol“, als wäre Alkohol keine Droge, sondern irgendwas dazwischen, irgendwas zwischen normalem Getränk und Droge. Wir wissen, dass es uns am nächsten Tag schlecht gehen wird. Zumindest wusste ich das am Samstagabend, trotzdem habe ich getrunken. Und natürlich hatte ich am nächsten Tag einen Kater. Leider musste ich trotzdem zu einem Familiengeburtstag – der Sekt durfte dabei natürlich auch nicht fehlen.

Dass Alkohol dazugehört, ist vorausgesetzt. Unser Film bearbeitet jedoch die Frage, warum das so ist und ob oder wie man das ändern könnte. Dafür haben wir die Psychologin Susanne Laumeyer und den Soziologen Prof. Dr. Wichard Puls befragt – beide sind Experten im Gebiet rund um den Alkohol.

Ein Beitrag von Caroline Kleiner und Lilly Bittner.

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